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Newsletter

17.03.2021



Hallo liebe Freundinnen und Freunde,

hier kommt die Frühjahrsausgabe 2021 unseres China-Newsletters. Wir befinden uns im Jahr des Büffels, dem Jahr der Geduld und Ausdauer.

Die brauchen wir: Öl- und Gasförderung, neben Kohle die schlimmsten Klimakiller, sind wieder auf dem Vormarsch. Ein Grund ist Chinas hohe Nachfrage. Überschüsse werden bald abgebaut sein, der Ölpreis steigt wieder.

Wir wollen in diesem Newsletter genauer hinschauen. Wie sieht es aus mit Chinas Rolle auf dem globalen Öl- und Gasmarkt? Gemeinsam mit Kolleg*innen hier bei urgewald setzen wir uns dafür ein, dass der Ausschluß von Investitionen in fossile Energieträger auch bei den multilateralen Entwicklungsbanken stattfindet. Wir überprüfen die Umweltstandards der Asiatischen Infrastruktur Investment Bank (AIIB), an der China den Löwenanteil hält und Deutschland größter nicht-regionaler Anteilseigner ist.

Mit der Rückkehr der USA in das Klimaabkommen könnte nun dennoch ein Klimaschutzwettbewerb angestoßen werden – zwischen den USA und China. Oft widersprechen aber die Fakten den Net-Zero Versprechen. Daher müssen wir genau hinschauen, damit wir rechtzeitig handeln können. Achtung: dieser Newsletter hat daher Überlänge. 

Neben dem Einsatz für eine Energiewirtschaft ohne Fossile kümmern wir uns auch um das Thema Menschenrechte und China. Wer mehr über die Chinaarbeit bei urgewald erfahren möchte, schreibt einfach.

Viel Spaß bei diesem Newsletter. Und an dieser Stelle: ein großes Dankeschön an all diejenigen, die uns eine Rückmeldung geschickt haben. Wer das noch nachholen möchte: Schreibt an mich: nora.sausmikat@urgewald.org. DANKE!

Wichtigste Themen im Newsletter:

Sonnige Grüße aus Sassenberg,


Nora Sausmikat

WIEVIEL: Chinas Rolle, Ranking und Revenues

Erdöl

China ist nach den USA zweitgrößter Erdölverbraucher und weltgrößter Ölimporteur.

2019 wurden mehr als 70 % des Rohölbedarfs importiert. 2020 stieg der Import laut Atlas of Energy um 7% gegenüber 2019 an. In der eigenen Ölproduktion befindet sich China weltweit auf Platz 7 (IEA 2021).

China besitzt die größten strategischen Ölreserven der Welt, die auf eine gelagerte Menge von ca. 1,15 Mrd. Barrel geschätzt wird und damit einem Ölbedarf von ca. 83 Tagen entspricht. Sowohl die eigene Ölproduktion, als auch Ölimporte sind ansteigend.

Chinas Ölimporte sind diesen Januar mit ca. 12 Mio. Barrels pro Tag im Vergleich zu den eher schwachen Dezemberimporten um mehr als 32% gestiegen. Dies heizt die globale Nachfrage an in Pandemiezeiten. Der starke Anstieg ist vor allem auf die Ölkäufe von unabhängigen Raffinerien zurückzuführen. Die Importquoten wurden für 2021 noch einmal erhöht. Die Käufe der sogenannten "Teapots" (unabhängige Ölraffinerien in Shandong), die etwa ein Fünftel der chinesischen Gesamtimporte ausmachen, hatten sich gegen Ende 2020 verlangsamt, da viele ihre Quoten bereits früher im Jahr ausgeschöpft hatten.

Die größten Öl/ Gas Produzenten (gemessen an jährl. Gas-/ Ölproduktion):

  • PetroChina Company Ltd (genauer Name China National Petroleum Corporation, CNPC)
  • China National Offshore Oil Corporation (CNOOC)
  • SINOPEC (genauer Name: China Petrochemical Corporation, auch Sinopec Group genannt), und die börsengelistete Tochter China Petroleum & Chemical Corporation (besser bekannt als Sinopec Corp).
Alle drei sind Staatsbetriebe. Nach Umsatz gemessen rangiert die chinesische Sinopec Group 2019 weltweit mit einem Umsatz von mehr als 430 Mrd. US-Dollar auf Platz eins, noch vor Shell und Saudi Aramco.

Reputationsschaden: zerstörte Umwelt

Urgewald hat in einem laufenden Forschungsprojekt fünf größere aktuelle Förderprojekte identifiziert, an denen chinesische Öl- und Gas-Unternehmen maßgeblich beteiligt sind und die massive Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Konflikt- und Gewaltverschärfung, sowie Klagen vor Gericht auslösten. Beispiele sind die Gasförderung in der Arktis (Arctic Yamal LNG), die Ölförderung in der Karibik (Guyana Offshore), die Ölförderung und -transport in Uganda (Tilenga Oil and East African Crude Oil Pipeline) und das Mega-Öl-und Gasfrackingprojekt in Patagonien/ Argentinien (Vaca Muerta). Zig-tausende von Menschen müssen für diese Projekte oft ohne ausreichende Entschädigungen umgesiedelt werden, Regionen mit besonders hoher Biodiversität werden endgültig zerstört, vergiftetes Trinkwasser und toxische Luftverschmutzung sind weitere Folgen.

Laut CNOOC, einem der kostengünstigsten Explorateure und Produzenten der Branche, habe die Netto Öl- und Gasproduktion in 2020 mit 528 Mio. Barrel Öläquivalent (boe) die geplante Menge erreicht und sei gegenüber 2019 um 5% angestiegen. China möchte außerdem durch den Handel mit Öl-Futures (Verträge, die festlegen an einem bestimmten Datum eine bestimmt Menge Öl zu tauschen), welche auf der chinesischen Währung Renminbi basieren, die Rolle der eigenen Währung im US Dollar dominierten Markt stärken.

Erdgas

Während Chinas Kohlekonsum zurückgeht, steigt der Gaskonsum an. Die Regierung drängt auf Emissionsreduzierungen und eine bessere Luftqualität durch die Umstellung auf Gas in Industrie und Haushalten. Chinas Kohleflotte ist allerdings zehnmal größer als die Gasindustrie. Bei den vorherrschenden Gaspreisen sind neue Onshore-Windkraftanlagen und Solar-Photovoltaik (PV) viel günstigere Möglichkeiten zur Stromerzeugung als neue Gasturbinen.

China war in 2018 weltweit mit 232,6 Mtoe drittgrößter Erdgasverbraucher und mit 135,3 Mtoe sechstgrößter Erdgasproduzent. Der Anteil von Erdgas am Energieverbrauch ist in den letzten Jahren auf 8,47% gestiegen (im Vergleich ist das ein recht niedriges Niveau, der globale Durchschnitt liegt bei 31,97%, BP 2020).

2050 soll der Gasverbrauch fast dreimal so hoch sein wie in 2018, so die Prognose (Gao et al. 2020). Trotz steigenden Gasverbrauchs sind aber auch weitere Kohlekraftwerke in Planung. In der ersten Hälfte 2020 wurden mehr Neubauten bestätigt als in 2018 und 2019 zusammen. Trotz Pandemie entsprach der Treibhausgasausstoß 2020 in etwa 2019.

WOHER: Chinas Regionen: Woher holt sich China sein Öl/ Gas?

Inland

Es gibt in China sechs Öl-Gas-Felder: Sichuan, Datianchi-Gasfeld, Changging-Gasfeld, Offshore-Feld im Bohai-Meer, Ostchinesisches Meer, Südchinesisches Meer. Die Öl-Gas-Felder befinden sich im Norden, Westen und Nordosten Chinas und ihre Gesamtproduktion entspricht 90% der nationalen Gesamt-Erdgasproduktion (An et al. 2020). Mehr als die Hälfte (54%) der gesamten chinesischen Gasförderung stammt aus den drei Feldern: Changqing in Ordos/Innere Mongolei, Tarim in Xinjiang sowie Xinan in Sichuan (GTAI 2019).

Eine wichtige Gasquelle ist Schiefergas, dessen Wirtschaftlichkeit sich gerade weiter verbessert. Die Kosten pro Bohrung sanken laut Sinopec von 100 Mio. Yuan auf 80 Mio. Yuan in 2015 und weiter auf 50 Mio. Yuan (7,3 Mio. $) in 2018. Chinas Schiefergasreserven sind doppelt so groß wie die der USA und Australien zusammengenommen. Allerdings: Auch die Förderkosten sind im Vergleich zu den USA zwei- bis dreimal so hoch. Ca. 80% der Reserven befinden sich jedoch mehr als 3500m tief unter der Erde im Sichuan-Becken eingeschlossen, dessen Zugriff auch durch steinige Felsenformationen erschwert wird. Somit betrug der Anteil der Schiefergasproduktion in 2017 nur 6% der Gesamtproduktion von Erdgas.

Um an die Reserven zu kommen werden umstrittene Technologien ausprobiert, die unter anderem auf demselben Prinzip wie die Zündung von Atombomben funktionieren. Bewohner*innen der Dörfer in Sichuan berichten unter anderem von Wasserknappheit, Wasserverschmutzungen (schwarzes Wasser), Luftverschmutzungen, Schlafstörungen durch Lärmbelästigung und degradiertem Farmland.

Vorbild USA

2008 waren die USA noch größter Erdölimporteur der Welt. Das Fracking und damit die Schiefergasproduktion revolutionierte den Markt. Die Schieferrevolution in den USA soll das Handelsdefizit um mehrere hundert Milliarden Dollar reduziert haben. Die USA wenden sich strikt gegen Fracking-Verbote, auch China möchte Fracking nach 2025 ausweiten (in den nächsten fünf Jahren soll die Schiefergasproduktion um 75% gesteigert werden). Sichuans Berge, eine Region voller Biodiversität, soll Hauptförderregion werden.Chinas Schiefergas-Erschließungsplan zielt dabei auf 80 bis 100 Mrd. m³ bis 2030 (in 2019 waren es 15,5). China ist bereits der zweitgrößte Schiefergasproduzent der Welt (Gao et al. 2020).

Abhängigkeiten vom Ausland

China kann seinen Erdöl- und Erdgasverbrauch nicht durch die eigene Produktion decken. Chinas Abhängigkeit von Ölimporten lag Mitte 2020 bei 73,4 %. Auch Chinas Abhängigkeit von Gasimporten ist steigend und liegt bei ca. 42% (BP 2020).

1) Größte Öllieferanten Chinas sind Saudi-Arabien und Russland.

2) China investiert auch in ausländische Ölkonzerne. So übernahm der chinesische Staatskonzern CNOOC (China National Offshore Oil Corporation) im Jahr 2013 für 15,1 Milliarden US-Dollar den kanadischen Öl- und Gaskonzern Nexen, der zur Zeit u.a. vor der Küste Guyanas und Surinams nach Öl bohrt (siehe dritter Newsletter).

3) Erschließung: Die chinesischen Ölfirmen China National Offshore Oil Corp, China National Petroleum Corp, und Sinopec investieren auch in die Erschließung von Ölfeldern in anderen Ländern, denen eigenes Wissen und Ressourcen fehlen, so wie weiter unten über den Sudan beschrieben. Mit dem Iran plant China ein weitreichendes Wirtschafts- und Sicherheitsabkommen. In einem Zeitraum von 25 Jahren sollen dabei chinesische Milliardeninvestitionen im Iran getätigt werden, während der Iran günstiges Öl an China liefert. Das chinesische Energieunternehmen China Yangtze Power Co. (CYPC) schloss im April 2020 den Kauf der peruanischen Geschäfte von Sempra Energy mit einer Kaufsumme von 3,6 Mrd. $ ab. Damit gehören dem chinesischen Unternehmen nun 83,6% des größten peruanischen Energiebetreibers Luz del Sur und es hat Zugriff auf Perus Erdgasressourcen.

4) Ressourcengesicherte Kredite (RBL) sind die dritte Form, mit der sich China in Afrika und Südamerika Energierohstoffe sichert. Diese Kredite werden einer Regierung oder einem staatlichen Unternehmen gewährt und sehen die Rückzahlung entweder direkt in natürlichen Ressourcen wie Öl oder Mineralien, aus ressourcenbezogenen Einkommen oder über natürliche Rohstoffe vor.Die wichtigsten Anbieter auf Seiten der Banken sind die  China Development Bank (CDB) und die Export Import Bank (EXIM). Die Verträge sind nicht öffentlich einsehbar.

5) Auch in der Arktis sind Chinas Finger im Spiel. Nachdem China sich eine Rolle als ständiger Beobachter im Arktischen Rat sicherte, trat CNOOC als erstes größeres Ölunternehmen in den aufstrebenden isländischen Ölsektor ein. Andere Ölunternehmen hatten die Arktis zuvor wegen steigenden Bohrungskosten und aus Umweltschutzgründen schnell wieder verlassen. Ein Freihandelsabkommen fördert die Abhängigkeit zwischen China und Island. Geplant ist außerdem eine "polare Seidenstraße" zwischen Europa und China zu erschaffen.

Die Ölproduktion in Russland entspricht fast dem Ölverbrauch in China. Dagegen ist chinesische Inlandsölproduktion etwas höher als der russische Ölverbrauch.
Jaehyung An, Mikhail Dorofeev und Shouxian Zhu, 2020

WOHIN: Chinas Oil Recovery: Zukunft von Öl und Gas

Inland

2060 soll China klimaneutral sein, so die Ankündigung des Präsidenten Xi Jinpings im September 2020. Dies würde eine Treibhausgasemissionsreduzierung um 90% bedeuten. Außerdem den Abschied von Öl, Kohle und langfristig auch von Gas. Momentan fördert China jedoch den weiteren Ausbau der eigenen Öl- und Gasproduktion, um die Abhängigkeit vom Ausland zu verringern.

Das Hauptargument, warum Öl- Kohle und Gas weiter gefördert werden müssen, ist Wachstum. Kohle ist dagegen der kostengünstigste und in ausreichendem Maße vorhandene Energierohstoff.

Bemerkenswerterweise entspricht Chinas gesamter Ölverbrauch in etwa der Ölproduktion Russlands (An et al. 2020). Der chinesische Offshore-Öl- und Gaskonzern CNOOC Ltd. gab Anfang Februar 2021 bekannt, er plane seine Investitionsausgaben in diesem Jahr auf 90 - 100 Mrd. Yuan (13,93 - 15,48 Mrd. $) zu erhöhen, wobei er inländischen Bohrungen Priorität einräumt und die Erschließung von Erdgas intensiviert. 19 neue Förderprojekte, darunter das Tiefsee-Gasfeld Lingshui 17-2 im Südchinesischen Meer, sind geplant.

Diese Pläne könnten jedoch vereitelt werden. Die New Yorker Börse beschloss Ende Februar mit dem formalen Delisting des staatlichen chinesischen Ölriesen CNOOC Ltd. zu beginnen.

Diese Entscheidung beruht dem eindrucksvollen Präsidial-Erlass (Executive Order) zur Bewältigung der Klimakrise durch den neuen US-Präsidenten Joe Biden. Die 32 Seiten, die im November letzten Jahres unterzeichnet wurden, erließen an über 17 Ministerien bindende Klimaschutzvorgaben. Die Verbote für CNOOC gelten ab dem 9. März 2021. US-Investitionen in diese Unternehmen sind fortan verboten. Es ist dort das vierte chinesische Unternehmen. Die Börse hat kein Zieldatum für die Beendigung des Delistings bekannt gegeben. Die neue Executive Order könnte zu einen Klimaschutz-Divestment-Wettstreit führen.

Schmutzige Ölgeschäfte

Chemikalien und Korruption im Sudan

Seit mehr als zwanzig Jahren bohren die chinesische Unternehmen Sinopec und CNOOC im Sudan und Südsudan nach Öl. Als erstes Ölprojekt im Ausland und wichtigster Investitionsstandort der chinesischen Energieversorger konnten hilfreiche Erfahrungen gesammelt und Gewinne erzielt werden, während im Süden des Sudans die Ölindustrie zum Ziel regierungsuntreuer Milizen wurde und viele Menschen ins Elend stürzte. Als Antwort auf den entstandenen schlechten Ruf bemüht sich CNPC nun seit einigen Jahren um soziale Verantwortung und eine bessere Beziehung zur Bevölkerung. Eine Recherche von The Sentry in 2019 ergab jedoch, dass diese chinesischen Ölunternehmen auf der einen Seite in Korruption und die Veruntreuung von Entwicklungsgeldern verwickelt sind und auf der anderen Seite durch ihre Ölbohrungen Wasser und Boden mit giftigen Chemikalien verunreinigt haben. Dies führt zu gesundheitlichen Problemen der lokalen Bevölkerung, sowie Fehlbildungen bei Neugeborenen.

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Neue Rohölpipeline Ostafrika

Seit 2017 arbeitet die China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) mit den französischen und britischen Öl-Riesen Total und Tullow Oil zusammen, um im Westen Ugandas schätzungsweise 1,8 Mrd. Barrel noch unberührtes Öl zu fördern. Die Förderung steht im Zusammenhang mit der umstrittene ostafrikanische Rohölpipeline (EACOP), die von Hoima in Uganda 1.445 km bis zum Hafen von Tanga in Tansania laufen soll und mehr Treibhausgasemissionen als Dänemark verursachen würde. Uganda hat Anfang Dezember eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die geplante Ölpipeline genehmigt, die Tansania bereits im November 2019 unterschrieb. Nun könnte der Bau in der ersten Hälfte 2021 beginnen, wobei ursprünglich bereits 2016 gestartet werden sollte. Nach ihrer Fertigstellung wäre sie die längste beheizte Rohölpipeline der Welt. Die chinesische ICBC ist als Berater mit dem Projekt verbunden. Die EACOP birgt große Risiken bezüglich der Einhaltung von Menschenrechten, dem Risiko gestrandeter Vermögenswerte und einer Unvereinbarkeit mit dem Pariser Klimaabkommen, sowie Gefahren für wichtige Wasserstraßen und schwere Auswirkungen auf die biologische Vielfalt eines Nationalparks sowie mehrere Ramsar-Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung.

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Überschwemmungsgefahr durch neue Ölpipeline in Thailand

„Wir wissen nicht, mit wem wir reden sollen“, sagen die Bewohner*innen, die über die Verfahren durch die von China finanzierte Ölpipeline besorgt sind. Die Bedenken der Dorfbewohner*innen sind, laut Jaroonpit Moonsarn, einer Umweltbeamtin des Department of Environmental Quality Promotion (DEQP), gerechtfertigt. [...] Wie ChinaDialogue berichtet, glaubt sie, dass es bei einem weiteren Tropensturm zu heftigen Überschwemmungen kommen kann, da durch den Bau der Pipeline die natürlichen Rückhaltebecken blockiert sind. Die Gefahr eines Oil Spill ist somit hoch, andere Gefahren sind chemische Verunreinigung des lokalen Grundwassers, Explosionen und starker Verkehr. Die Bewohner*innen haben Klage eingereicht.

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Chinas Fracking-Vorstoß hinterlässt dreckige Spuren


Fracking hat in China zu Umweltverschmutzungen geführt. In der Stadt Xiaohaotu in Zentralchina wurde das Grundwasser sehr stark verschmutzt. Einwohner*innen organisieren Proteste und werden aus dem ganzen Land unterstützt.

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Zahl des Monats
232,6 Mtoe
China war in 2018 weltweit mit 232,6 Mtoe drittgrößter Erdgasverbraucher und mit 135,3 Mtoe sechstgrößter Erdgasproduzent.

Weitere Neuigkeiten

Junge Chines*innen über den Klimawandel

Fünf Jahre nach Vereinbarung des Pariser Klimaabkommens sind sich laut einer Umfrage des China Youth Climate Action Network 84% der jungen Chines*innen über die Tragweite des Klimawandels bewusst, wobei ihn über 40% als das derzeit schwerwiegendste globale Problem bezeichneten, gefolgt von sozialer Ungleichheit (12,9%) und öffentlicher Gesundheit (8,3%). Die Mehrheit stimmte zu, dass „jede Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas den Klimawandel beeinflusst“. Mehr als zwei Drittel stimmten jedoch auch der falschen Aussage zu, dass „der Klimawandel durch ein Loch in der Atmosphäre verursacht wird“. Trotz einiger widersprüchlicher Überzeugungen ist diese Altersgruppe besser über den Klimawandel informiert als jede andere in China.

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46. Sitzung des UN-Menschenrechtsrates

Seit dem 22. Februar tagt bis zum 23. März der 46. UN-Menschenrechtsrat in Genf. Er wird diesmal geleitet von der Richterin Shameem Khan von den Fidschi-Inseln. Der Rat überprüft Menschenrechtsverstöße und zeigt Lösungen auf, wobei seine Resolutionen, die nur von den 47 gewählten Mitgliedsländern abgestimmt werden, keine rechtliche Wirksamkeit besitzen. Zu den gewählten Mitgliedsländern gehört auch China. Bei der aktuellen Sitzung hat China im Namen von mehr als 100 Ländern eine gemeinsame Erklärung abgegeben, in der eine auf den Menschen ausgerichtete globale Antwort auf die COVID-19-Pandemie gefordert wird. Dabei kritisiert China, die Menschenrechte seien momentan nicht auf Menschen ausgerichtet und fordert eine Kurskorrektur hin zu Nichteinmischung und kultureller Differenzierung statt Universalisierung. Dies wird besonders bei autoritären Staaten Anklang finden. Länder wie Kanada, Deutschland, Großbritannien und die EU sprachen sich dafür aus Chinas Menschenrechtsverstöße in Xinjiang  und Hongkong zu untersuchen. Die USA verurteilen die Geschehnisse in Xinjang als “Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord“. Chinas UN-Botschafter Chen Xu bezeichnet die Vorwürfe als Lüge und sagte, sein Land sei gegen die Politisierung von Menschenrechtsfragen. Kuba forderte im Namen von 64 Ländern “sich nicht mehr in die inneren Angelegenheiten Chinas einzumischen“.

2020: Verdoppelung der Kapazität an erneuerbaren Energien und neue Kohlekraftwerke

China hat in 2020 seine Kapazität an erneuerbare Energien gegenüber 2019 verdoppelt und dabei seine Windkraftkapazität zum Vorjahr verdreifacht. China will den Anteil nicht-fossiler Brennstoffe am Primärenergieverbrauch von 15% im Jahr 2020 auf 25% im Jahr 2030 erhöhen. Gleichzeitig hat China hat im Jahr 2020 eine neue Kohlekraftwerkskapazität von 38,4 Gigawatt in Betrieb genommen. Das ist mehr als das Dreifache der Menge, die anderswo auf der Welt gebaut wird, und untergräbt die kurz- und langfristigen Klimaziele des Landes.

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Tipps am Rande

AIIB Monitor und AIIB Watch

Gemeinsam mit einer internationalen Allianz regionaler und internationaler NGOs beobachtet urgewald die von China dominierte Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) und prüft erklärte Standards und Nachhaltigkeit. Bisher gibt es 18 Fallstudien, die Projekte in den Bereichen Transport, Energie (Wasser/Gas/Transportleitungen), städtische Infrastruktur und Finanzintermediäre umfassen und die wir in einem Passwortgeschützten Dokument veröffentlicht haben. 

Die Fallstudien mit Hintergrundinformationen sind auch auf unserer interaktiven Karte AIIB Watch zu finden.

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China Infrastrucuture Monitoring Network (ChIM)

Ein neues Netzwerk zum Erfahrungsaustausch zivilgesellschaftlicher Akteure, die sich seit vielen Jahren für die Minderung sozialer und ökologischer Schäden durch große Infrastrukturprojekte Chinas einsetzen. Geplant sind: Mapping aller bisher gesammelten Fallstudien/Hotspot-Analysen; Erstellung einer für das Netzwerk zugänglichen Datenbank zu Fallstudien von Energie-/Verkehrsinfrastrukturprojekten; Advocacy-Strategien zum Schutz von Lebensgrundlagen, Klima und Biodiversität.

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